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Wer sich, wie ich, gefragt hat, was die Entwickler bei Introversion eigentlich die ganze Zeit nach Defcon gemacht haben, der bekommt in meinem Video eine sehr gute Antwort darauf. Prison Architect ist eine wunderbare Hommage an alte Bullfrog-Klassiker wie Theme Park und Theme Hospital, nur dieses Mal leitet ihr halt mal ein Gefängnis. Klingt komisch, ist es irgendwie auch: Britischer Humor und spielerische Freiheit sorgen aber dafür, dass man es gerne spielt.

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Mein erstes Lets-Play-Video, viel Spaß beim Ansehen, more to come soon.

run

Kategorie: total wahnsinniger Genre-Mix. Run ist super, Run ist anders, Run ist so ein Spiel, warum Indiespiele heute so derbe in sind. Worum es geht? Ganz einfach und doch total anders, ey! Run teilt sich in drei Abschnitte auf. Der Erste erzählt die Handlung und ist zugleich ein simples Jump’n’Run. Häh? Stellt euch das ganz einfach vor: der Protagonist läuft über Wörter, die, ganz rafiniert, zusammengesetzt Sätze bilden, welche schlussendlich die Geschichte erzählen. Es gibt keine Leben, keine Powerups, keinen Schnickschnack. Ihr müsst nur lesen, über Abgründe springen und ab und zu ein paar fiesen Ohren, Augen oder Bildschirmen in Augenoptik ausweichen. Klingt logisch, oder? Es wird sogar noch besser: im zweiten Part dürfte ihr ganz oldschool-like ein bißchen die Arcade-Lust in euch befriedigen. Ja nach Fortschritt erwarten euch dort verschiedene Disziplinen. Von Snake über Space-Invaders gilt es dort jeweils genügend Sonnenzeit einzusammeln. Denn habt ihr davon zu wenig, wirds im letzten Abschnitt sehr knifflig. Jetzt seid ihr als Großbauer unterwegs und müsst innerhalb der eben erspielten Sonnenzeit möglichst viel Weizen anbauen, damit euer Volk die dunkle Zeit hindurch genug zu Essen hat. Im Spiel sieht diese Trinität dann so aus:

Und warum die Strapazen? Euer Volk hat ein Problem: echte Arschloch-Götter gönnen ihm drei Jahre durch keine Sonne, kein Leben, kein garnichts. Das ruft euch auf den Plan, als Retter eurer Zivilisation müsst ihr in genau diesen drei Disziplinen glänzen, damit euer Volk die drei Jahre Dunkelheit überleben kann. Diese Katastrophe macht zugleich den großen Reiz an Run aus: die drei Spielelemente greifen so perfekt ineinander das eine richtige Sogwirkung aufgebaut wird. Ihr wollt einfach, dass euer Volk überlebt und ihr seid bereit, dafür jedwede Prüfung in Angriff zu nehmen. Glaubt ihr nicht? Probierts aus, denn:

Es wird noch besser! Diesen Indiespiel-Suchtfaktor und die Einzigartigkeit könnt ihr komplett gratis spielen, oder für 2,99 EUR bei Desura erwerben. Na, wenn das nicht mal hart endgeil ist?

the_real_texas

Kategorie: Kleinod, erst total übersehen, dank einem supertollen Gewinnspiel auf Superlevel dann doch gefunden, vielen Dank dafür an Dom Rep.

Ihr spielt einen Cowboy. Kindheitsträume und so werden zwar jetzt nicht wahr, schließlich hat unser guter Alter Ego mehr Stress mit seiner Farm und dem ganzen Verwaltungsaparat, als damit holde Jungfrauen zu beschützen und um zwölf Uhr mittags den stadtbekannten Bösewicht im Duell zu besiegen, aber: ein längt überfälliger Urlaub in England, wo Sam sich seinen Traum von Rittern und Burgen erfüllen wollte, verschlagen uns nach „Strange Texas“ – ein Fiebertraum des wilden, wilden Westens.

Strange Texas ist das, was Sam sich immer als waschechter Cowboy erhofft hat: Ein kleines Plätzchen voller Probleme, wo der 45er Colt noch eine Daseinsberechtigung hat, es eben diese holden Jungfrauen zu retten gilt und böse Banditen in den staubigen Boden der Steppe beißen sollen. Das klingt jetzt doch nach Kindheitstraum, oder? Nicht ganz, dafür ist das Immersions-Level der Grafik, sagen wir mal, etwas suboptimal. Klar, die pastellfarbene Klötzchenoptik mit der nonexistenten Bewegungsanimation unseres Helden ist süß und seit Minecraft voll en vogue und so, aber so ein richtiges Lonesome-Cowboy-Gefühl will nicht aufkommen.

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Macht aber nichts: das Spiel dahinter ist voll knorke! Strange Texas ist vollgestopft mit Aufgaben, lustigen Begegnungen und irren Bewohnern. Es gilt Schleimmonster zu besiegen, einen durchgedrehten Magier aus seinem Schloss zu locken, verschlossene Gebiete erst zugänglich zu machen um sie dann zu erkunden, und noch vieles mehr. Langeweile? In Strange Texas doch nicht! An jeder Ecke gibt es neue Aufgaben, stehts eingebettet in wunderbar ironisch verkleidete Dialoge, Anspielungen auf Lord Britisch und den üblichen RPG-Wahnsinn inklusive.

Das Besondere dabei ist die Mischung an sich. Sams Parallelwelten-Abstecher spielt sich wie ein typisches 16bit-Action-Adventure (Zelda ick hör die Trapsen) mit der Freiheit eines Ultimas. Ja, das hab ich von der Homepage der Entwickler geklaut. Es ist aber wirklich die beste Beschreibung für das, was euch da erwartet. Ihr könnt jetzt diese Quest machen, oder einfach weiter gehen. Levelups, zig tausende Rüstungen und Waffen? Braucht man hier nicht. Ein Colt, eine kugelsichere Weste und eine Hand voll Dollar und ihr seid dabei! Sam steuert ihr dabei mit den WASD-Tasten eurer Tastatur, gezielt werden kann nur im Stehen per Maus, ebenso wie ihr nur per Maus Objekte untersuchen könnt. Das mag zwar manchmal etwas starr erscheinen, funktioniert aber erstaunlich gut. Nicht so wirklich prickelnd sind hingegen die Kamera und die Autosave-Funktion. Letztere kann euch gerne mal ein paar Stunden Spielfortschritt kosten, während euer Blickfeld mal von dem ein oder anderen Baum blockiert wird.

All das ist aber total egal, schließlich funktioniert bei The Real Texas das Spiel an sich wunderbar. Wer also schon immer die simple Genialität eines 16bit-Action-Adventures mit der spielerischen Freiheit eines Open-World-RPGs vereint haben wollte, der sollte bei diesem wunderbar abgedrehten Wüsten-Abenteuer auf jeden Fall zugreifen. Und mit aktuell 7,95 USD ist das Dingen auch noch abartig gut was Preis-/Leistung angeht!


Größe des Entwicklerteams: mit Brian Provinciano genau eine Person; Anzahl der Waffen: etwas mehr als 20; Anzahl der Fahrzeuge; so um die 30; URL der Webseite: http://www.retrocityrampage.com/; Releasedate: irgendwann dieses Jahr; Stylefaktor: ubezahlbar hoch = Vorfreude: riesig.
(via)

Sir George Watsky hat mal wieder zugeschlagen ! Nach seinem Album „Watsky“ hat er nun einen neuen Song veröffentlicht. Er heißt „Stupidass“. Darin geht es um die Möglichkeit, in die Vergangenheit reisen zu können und alle Missgeschicke ungeschehen zu machen. Hinzu kommt aber die überaus ehrliche Aussage, dass er sowieso alles genauso machen würde, eben weil er ein Stupidass ist. Der Song ist gut, doch das Video dazu setzt dem ganzen noch die Krone auf. Unbedingt anschauen ! Und das Beste ? Die Spannung steigert sich ins unermessliche: Den Song müsst ihr nichtmal kaufen, ihr könnt ihn LEGAL UND KOSTENLOS bei Soundcould downloaden. Wow, nach so viel Aufregung muss ich erstmal kotzen gehen…

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Wenn mir jemand vor ungefähr zwei Jahren erzählt hätte, dass ich in naher Zukunft einen Musik-Artikel über einen Rapper verfassen würde, hätte ich mich umgedreht, ihm den „You will never bang alone“-Schriftzug auf der Rückseite meines schwarzen T-Shirts gezeigt und wäre mit wehendem Rock am Ring-Bändchen davon geschlendert.

Naja, Zeiten ändern dich (eine kleine Anspielung darauf wie schlecht Rap dann doch sein kann) jetzt tu ich es doch. Denn dieser Typ, den ich euch hier vorstellen möchte, hebt das Musikgenre „Hip-Hop/Rap“ auf ein für mich bis dato unbekanntes Niveau.

Beginnen wir mit der Person George Watsky aka „Watsky“. Meine erste unbewusste Bekanntschaft machte ich mit ihm und seinem Talent durch das Youtube-Video „Pale kid raps fast“ . Mit seiner letzten Zeile in diesem Busta Rhymes Cover fasst er ziemlich exakt meine ersten Gedanken bezüglich dieses Videos zusammen:

„Who is that boy,
how does he rap so good ?
I don’t know
how that pale boy raps so good
How does he do that ?
Do that ?
miau miau miau miau
miau miau miau miau
miau“

Gut, ich habe nicht unbedingt an den typischen Ruflaut einer Katze gedacht, aber der Rest passt schon ganz gut. Zum Glück hatte er seinen Facebook Link unter dem Video gepostet. So konnte ich auf schnellstem Wege seinen Künstlername erfahren und mithilfe von G to the double O GLE wusste ich schon kurze Zeit später einiges mehr über diesen Wunderknaben; wobei mich das meiste davon noch mehr beeindruckte als es dieses Video sowieso schon getan hatte.

Ein paar Beispiele, Watsky..

hat einen College-Abschluss in „Writing and Acting for the Screen and Stage“

ist neben seiner Rap-Karriere als Poet tätig, was bedeute dass er Gedichte schreib und diese, was er schon bei viele Auftritten unter Beweis gestellt hat, mit der passende Inszenierung vor Publikum vorträgt

ist bereits auf zwei Alben zu hören, zum einen mit seiner (allem Anschein nach) ehemaligen Band „Invisible Inc.“ mit dem gleichnamigen Album; zum anderen auf seinem eigenen Soloalbum mit dem überaus kreativen Namen “Watsky

.

Beeindruckend.

Schon der eher ruhige und groovige Mix aus Hip-Hop und Jazz von Invisible Inc. gibt einem das Gefühl, dass er durch seinen Rap etwas besonderes zu diesem Album beisteuert. Mir gefiel es auf Anhieb.

Sein Soloalbum ist jedoch nach meinem Geschmack noch ein ganzes Stück besser. Der Jazz des vorherigen Albums wurde nur teilweise abgelegt und durch leicht elektronische Töne ergänzt, was gut zu seiner Art zu rappen passt. Der Groove bleibt dabei meist erhalten und die Musik wirkt nie hektisch. Und selbst wem Watsky’s Rap eher nicht zusagt, könnte durch die unverbrauchten Beats gefallen an dem Album finden. Auch Abwechslung wird bei diesem Album groß geschrieben, kein Lied gleicht dem anderen. Und doch vereint sein Rap sie alle.

Auch seine Teils schauspielerische Ausbildung macht sich bei seinen Auftritten oder Musikvideos deutlich bemerkbar; er weiß eben nicht, nur wie man Musik macht sonder auch, wie man Leute dazu bringt, seiner Musik Aufmerksamkeit zu schenken.

Trotzdem könnte ich beim besten Willen nicht genau definieren was seine Songs für mich so besonders macht. Meist hat er einfach unglaublich sympatische Beats darin verbaut. Doch dass, was ihn für mich aus der Masse herausstechen lässt, ist seine komplett andere Art zu rappen. Er trifft nicht nur einfach den Rhythmus, im Gegenteil, er umschifft ihn geschickt, ohne dabei negativ aufzufallen. Zudem springt er dabei oft zwischen verschiedenen Geschwindigkeiten. Das zusammen erzeugt meiner Meinung nach ein ganz neues Zusammenspiel von Melodie und Text.
Klar hört sich das jetzt maßlos übertreiben an, aber ich hoffe es vermittelt einen Teil der außergewöhnlichen Einzigartigkeit, die die Musik dieses Künstlers für mich darstellt.

Leider sind seine Lyriks sehr speziell, sodass ich sie nur sehr selten direkt verstehen kann. Doch ich schätze dieses Problem lässt sich schlicht mit seiner Nähe zur Poesie erklären, was ihn übrigens auch teilweise mitten in seinen Liedern von seinem Sprechgesang auf eine Art Rede wechseln lässt. Dies wäre dann wohl auch mein einziger Kritikpunkt, denn Musik sollte meiner Meinung nach immer melodisch bleiben, auch für Poeten.

Abschließend ist wohl zu sagen, dass „Watsky“ sicherlich durch seine musische Vielseitigkeit und trotz der großen Unsicherheiten in diesem Business in Zukunft weiter Erfolg haben wird. Denn wer es schafft, mit seiner Musik Rap nahe an das zurückzubringen, woraus es entstanden ist, nämlich Poesie, der schafft auch noch einiges mehr.

Was mich zusätzlich gepusht hat, diese Aussage zu treffen, war ein Interview mit ihm, welches auf seiner Facebook Seite zu finden ist. Darin sagt er unter anderem, dass er sich auch in Zukunft nicht nach dem richten werde, was die Leute hören wollen, sondern er einfach versuchen möchte sehr gut in seiner Arbeit zu sein um so die Leute überzeugen zu können. Das allein hört sich für mich schon ziemlich vielversprechend an.

Jaja, heutzutage gilt Try and Error ja als schlechtes Spieldesign. Ihr Weicheier. Try and Error kann Spaß machen, tut es aber nicht, wenn ihr vorher erst zwei inhaltlich totale banale dennoch aber nicht abbrechbare Zwischensequenzen sehen, sowie den Großteil des Levels nochmal spielen müsst. Quietus, ein kleines Flash-Jump&Run, zeigt eindrucksvoll, wie Try and Error Spaß machen kann, ganz einfach weil es Try and Error zum Grundprinzip des Spieldesigns gemacht hat. Klingt vielleicht grausam, funktioniert aber wunderbar.

Eigentlich ist Quietus ein 08/15-Hüpfspiel: verschwindende Plattformen, rotierende Morgensterne, von der Decke auf den Boden stampfende Säulen, Lavaschluchten und sonstige Dinge, die das Leben schwerer machen. Quietus macht klar, dass ein Jump&Run nur aus bekannten Basiselementen bestehen muss, und trotzdem extrem fordernd sein kann. Grund dafür ist,  dass jedes Level  zwar nur aus einem Screen besteht, Paralax-Scrolling gibt es im Flash-Land keins, der jedoch immer eine eigene Taktik fordert, um die nächste Welt zu sehen. Mal reicht es, anfangs im richtigen Moment abzuspringen, mal muss man sich aber auch vom offensichtlichen Lösungsweg trennen, um den Parcour zu druchqueren. Timing und Taktik, das sind die beiden Zauberworte, die in Quietus über Leben und Tot entscheiden. Aktuell hänge ich z.B. in Level 16 fest, bei dem ein fast bildschirmfüllender Sandwurm aus einer Schlucht gen Himmel schießt, und mich dabei immer frisst. Ich knobel noch an einer Taktik, zwar eigentlich schon viel zu lange, aber Level 17 will erkundet werden. Elende Sucht. Wie schön, dass euer kleines Pixelmännchen eigentlich unsterblich ist und ihr es so oft versuchen könnt, wie ihr wollt.

Präsentiert wird Quietus übrigens standesgemäß in einer, wie ich finde, recht hässlichen 8-bit-Retro-Optik. Das soll zwar an die guten alten NES-Tage erinnern, ich bin jedoch, zwar durchaus im Gegensatz zu manch anderem Blogger, recht froh, dass 2D heute nicht mehr so aussehen muss. Wer nun auch mal einen Blick riskieren möchte, kann sein Jump&Run-Glück hier versuchen.

P.S.: Soetwas wie der unfreiweillige „Sicherheit in Blogs…“-Beitrag von heute morgen passiert einfach, wenn man auf dem Laptop eines Freundes noch einen Artikel kurz beenden möchte, der Akku aber schlapp macht, und man sich nicht mehr ausloggen kann. Mark und Mareike hatten heute morgen wohl doch einigen Spaß mit WordPress. Liebe Grüße an die Beiden. Und um eines klar zu stellen: das neue Dendemann-Album ist eine Mischung von hektischen Psyeudo-Rick-Rubin-Beats und einem M.C., der seine Stärken vermissen lässt und dessen Stimme so garnicht zum Hintergrundpoltern passen mag. Mehr dazu die Tage.

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