Geheimakte 2: Fünf gute Gründe…

… warum der Vorgänger unerreicht bleibt und Geheimakte 2 sogar dezent enttäuscht. Here we go!

1.) Eine Geheimsekte, ominöse Umweltkatastrophen und ein medial sehr präsenter Sektenführer als Basis der Handlung. Das ist seit dem DaVinci Code nicht mehr originell und wird es auch hier nicht werden. Noch dazu fehlt es dem Handlungsaufbau deutlich an Schwung. Der Anfang mag noch fesseln, danach gibt es immer weniger Zwischensequenzen und die Geschichte wird eher zum weniger schmucken Beiwerk.

2.) Rätsel, ja wo seid ihr? Die meisten Kombinationsaufgaben sind schnell zu erfassen und leider auch genauso schnell zu lösen. Hier und da gibt es durchaus Aufgabenstellungen, die nicht nur unlogisch sind, sondern auch an dieser Stelle im Spiel irgendwie nichts zu suchen haben. Beispiele: ein Penner tauscht seinen heißgeliebten Alk gegen ein nasses, altes Baguette ein, ein selbstgebackener Glückskeks und zwei ummontierte Schilder lassen einen Chinesen seinen Imbisswagen umparken etc. pp. Trotz alledem, nach gut 8 Stunden ist man durch, das ist viel zu wenig.

3.) Das Ende. Wie jedes Adventure geht auch die zweite Geheimakte irgendwann zu Ende. Rätseldichte und Spannung nehmen hier noch einmal deutlich ab. Wer den Endkampf gegen den Sektenoberguru noch einmal vor seinem geistigen Auge Revue passieren lässt, wird wissen, was ich meine. Ein maues Zahlenrätsel und zwei Kombinationsaufgaben der ganz kleinen Art reichen schon aus ehe Puritas Cordis Geschichte ist. Liebe Entwickler: Oberbösewichte zu Besiegen darf nicht einfach sein, gerade dann nicht, wenn die Befreiung Ninas aus dem Sektenknast viel, viel länger dauert und komplizierter ist.

4.) Nina und Max, im ersten Teil noch dynamisches Duo mit netten kleinen Wortgefechten zwischendurch, haben sich im zweiten Teil getrennt und bestreiten das Adventure die meiste Zeit solo. Das ist zwar nett gelöst und sorgt für Abwechslung, die vielen fiesen kleinen Ausseinandersetzungen der Beiden, die im Vorgänger für so manches Schmunzeln gesorgt haben, fehlen aber die meiste Zeit des Spiels komplett. Nina und Max treffen viel zu spät aufeinander und selbst dann bleibt der Wiedersehenskrach aus. Das ist unlogisch und raubt dem Spiel seinen gewissen Reiz. Noch einmal eine kleine Partie Indiana Jones and the Fate of Atlantis und die Entwickler hätten das sicherlich gemerkt.

5.) Zu wenig Rätsel und zu kurze Spielzeit, ergo ist auch die Handlung nicht gerade tiefschürfend. Es gibt einfach zu viele Sprünge, zu viele Ansätze werden nicht ausgearbeitet, der Verlauf ist nicht immer logisch. Auch der erste Teil hatte da seine Schwächen, konnte diese aber durch eine stimmige Atmosphäre ausbügeln. Die Jagd gegen die Zeit und Puritas Cordis dagegen ist weder besonders atmosphärisch noch besonders packend gestaltet. Hätte Geheimakte 2 nicht dieses Momente, in denen Nina die Ironiekeule auspackt und Max den charmanten Trottel spielt, der Titel wüde glatt in der Mittelmäßigkeit versumpfen.

Gutes Charakterdesign und nette Schauplätze und die Tatsache, dass die meisten Rätsel ganz passabel sind, haben mir dann doch die Momente beschert, in denen ich mich bei Ninas und Max`kleinem Abenteuer dann doch ein wenig an mein Lieblingsadventure Baphomets Fluch erinnert gefühlt habe. Der Vorgänger hatte von diesen Momenten aber deutlich mehr zu bieten.