Wenn Frank Darabont, Regisseur von u.a. The Shawshank Redemption, eine TV-Serie entwickelt, dann kommen dadrin bestimmt, ähm ja, Zombies vor. The Walking Dead könnte nichts anderes werden als der erfrischendste und sehenswerteste (Superlative for the win) TV-Serien-Neustart dieses Jahr. Die Bildsprache passt, der Hauptdarsteller sieht auf den ersten Blick sympathisch auf und eine Adaption des gleichnamigen Comics war schon längst fällig. Sollte sich Darabont sehr nah am Original halten, dann erwartet uns alles, nur keine erneute langatmige Zombie-Überlebenskampf-Geschichte.

The story so far: Polizist Rick Grimes wird bei einer Verfolgungsjagd angeschossen, schwer verletzt kommt er ins Krankenhaus und wacht irgendwann später aus seinem Koma wieder auf. Das Krankenhaus ist leer und seine Familie scheint auch weg zu sein. Das klingt jetzt schon nicht besonders toll, wird aber noch „besser“, als plötzlich ein Haufen Untoter die Straße unsicher macht. Grimes Zeit im Koma hat also mal locker dazu gereicht die kompletten USA in einen Zombie-Staat zu verwandeln. Doch Grimes will seine Familie wieder finden und macht sich so auf den Weg, um mehr als nur ein paar Zombie-Ärsche zu treten.

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David Duchovnys Nihilismus gepaart mit der Melancholie eines frisch Verlassenen und schlussendlich multipliziert mit der Überzeugung, sich seines Schicksals nicht einfach so hingeben zu können, erschafft eine wunderbare Mischung zynischen Dramas und harter Realitäts-Komik. Californication zeichnet das Leben eines erfolgreichen Autors, der nichts mehr zu schreiben hat, dessen Beinahe-Ehefrau nun mit einem anderen ihr Leben gestaltet und dessen Sexualleben so abwechslungsreich ausfällt wie sein Alkoholkonsum bedenklich geworden ist. Klischees werden geschickt umschifft und wenn sie bedient werden dann mit einer solchen Überzeichnung, dass sie ins Ironische abdriften.

Der Reichtum an unverwechselbaren Zitaten ist enorm, die Spielfreude der Akteure groß und die Geschichte grandios. Californication ist mehr als nur eine launige Serie, sie ist so bittersüß wie das Leben eben bittersüß sein kann, ohne dabei mit dem moralischen Zeigefinger hausieren zu gehen. Ansehen ist Pflicht!

Ich habe die letzten zwei Wochen damit verbracht alle 64 Folgen dieser Serie zu schauen. Der Hintergrund: irgendwann 2006 strahlte das ZDF Samstags nachmittags Veronica Mars aus. Die Serie fand ich sofort interessant. Stimmige Charaktere, eine charmante Hauptdarstellerin, ironisch sarkastische Dialoge, eine gute atmosphärische Kameraarbeit und eine Handlungsstrang, der sehr viel Potential hatte. So lässt sich die erste Staffel von Veronica Mars zusammen fassen. Doch danach war auch schon wieder Schluss. Die Quoten waren so miserabel, dass sich die Programmplaner beim ZDF dazu entschieden, Veronica Mars irgendwann um kurz nach Mitternacht in der Woche zu senden. Ein Sendeplatz der für jeden arbeitenden Menschen unbrauchbar ist.

Veronica Mars gab es im deutschen Fernsehen also nicht mehr. Das ist bei guten US-Serien per se nichts Neues. Nip / Tuck zum Beispiel wurde auch von einem schlechteren zum anderen schlechteren Sendeplatz verschoben. Schade eigentlich, aber zum Glück gibt es ja DVD-Boxen. Zwar wird auch da Deutschland sehr stiefmütterlich bedient, aber dank einigen bekannten Importeuren kann man ja auch dieses Hinderniss meistern.

Nun liegt also die letzte DVD der dritten Staffel in meinem DVD-Player und gerade flimmern die Credits der letzten Folge über den Screen und in mir bildet sich der Wunsch nach einer Forsetzung der Serie. Gerade jetzt, wo es nach einigen eher schwachen Folgen so richtig spannend wird ist Schluss. Ein nachgeschobener Epilog um die Fans der Serie zu besänftigen? Fehlanzeige! Was bleibt sind einige Fragen und viele krude Forsetzungsideen. Eine Frage bleibt für mich aber nachwievor bestehen: Warum musste Veronica Mars sterben? Die Serie fuhr war auch in Übersee keine Topquoten ein, wurde aber u.a. vom Times Magazin als eine der sechs besten Drama-Serien, die aktuell im Fernsehen zu sehen sind, gekürt. Viele rennomierten Magazine und Tageszeitungen sahen sie sogar als einer der besten US-Serien 2005 an. Warum man mir und zig anderen Fans dann noch nichtmal eine etwas erweiterte letzte Episode samt abgeschlossener Handlung schenken wollte, bleibt mir ein Rätsel. Jeder Rettungsaktion zum Trotz.