Ein Mord. Tatverdächtiger: das Internet. Texturmatsch.de klärt auf.

Zugegeben, vermutlich gab es Komplizen. Darf ich vorstellen ?

Auslöser für diese Attentat war wohl ohne Zweifel mein PC höchstpersönlich. Denn Videospiele faszinieren jeden, vorausgesetzt man lässt sich darauf ein, allein schon durch ihr um ein vielfach höheres Entertainmentniveau, mittendrin statt nur dabei. Und wenn man es zulässt, dann wächst diese Faszination noch viel weiter. Es werden Berichte, Fanbilder, Fanvideos usw. gesucht und so wird ganz unbewusst das Medium gewechselt.

Willkommen im Internet. Von hier aus ist es nur noch eine Frage der Zeit. Vielleicht wird der Fernseher nochmal für favorisierte Sendungen eingeschaltet, jedoch nur solang bis am Ende eben dieser Sendung auf die Möglichkeit hingewiesen wird, alle Folgen im Nachhinein auf der eingeblendeten www.-Adresse nachzuholen. Oder, wenn es der der IQ zulässt, kommt man auch von alleine darauf.

„Und was ist mit den großen „Free-TV Blockbustern““, schreit mir Sonja Kraus imaginär entgegen. „Videothek oder Kino.to“ schreie ich zurück. Herrliche Stille breitet sich in meinem Kopf aus.

Unerwähnt sollte jedoch auch der Zeit Faktor nicht bleiben. Das Internet, mit all seinen Möglichkeiten, steht den ganzen Tag bereit, 24 Stunden kann geladen werden was beliebt. Es richtet sich nach dem Benutzer. Anders beim fernsehen, hier muss sich der Benutzer nach dem Medium richten. Ein großer Nachteil und meiner Meinung nach der endgültige Todesstoß.

Aber warum versuche ich hier eigentlich anderen diesen Mord anzuhängen ? Wer entfernte den Fernseher denn letztendlich mit seinen eigenen Händen aus diesem Zimmer ?

Somit wird hierraus ein Selbstgeständnis, Mord im Affekt, ich gestehe. Ob ich Reue zeigen werde ? Wohl kaum. Eine letzte Bitte hätte ich dann doch noch, eine Zelle ohne Fernsehgerät. Selbstbeherrschung liegt mir nicht und die Versuchung wäre dann doch zu groß. Das ist auch schon alles, Danke.

Gelandet bin ich am Ende hier, weg von hirnlosem TV-gezappe und hin zu einem hoffentlich guten Blog–Debüt.

26. September 2010 Fernsehen 5 Kommentare

Wenn Frank Darabont, Regisseur von u.a. The Shawshank Redemption, eine TV-Serie entwickelt, dann kommen dadrin bestimmt, ähm ja, Zombies vor. The Walking Dead könnte nichts anderes werden als der erfrischendste und sehenswerteste (Superlative for the win) TV-Serien-Neustart dieses Jahr. Die Bildsprache passt, der Hauptdarsteller sieht auf den ersten Blick sympathisch auf und eine Adaption des gleichnamigen Comics war schon längst fällig. Sollte sich Darabont sehr nah am Original halten, dann erwartet uns alles, nur keine erneute langatmige Zombie-Überlebenskampf-Geschichte.

The story so far: Polizist Rick Grimes wird bei einer Verfolgungsjagd angeschossen, schwer verletzt kommt er ins Krankenhaus und wacht irgendwann später aus seinem Koma wieder auf. Das Krankenhaus ist leer und seine Familie scheint auch weg zu sein. Das klingt jetzt schon nicht besonders toll, wird aber noch „besser“, als plötzlich ein Haufen Untoter die Straße unsicher macht. Grimes Zeit im Koma hat also mal locker dazu gereicht die kompletten USA in einen Zombie-Staat zu verwandeln. Doch Grimes will seine Familie wieder finden und macht sich so auf den Weg, um mehr als nur ein paar Zombie-Ärsche zu treten.

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Hotel BabylonDie Serie läuft in England schon länger ist hierzulande aber noch völlig unbekannt. Aktuell läuft sie leider quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf dem PayTV-Sender Fox Channel auf Premiere. Wer kein Premiere-Abo hat und trotzdem Serienfan ist dürfte die bekannten Quellen für ungestörten Seriengenuss jenseits irgendwelcher Sendergrenzen aber ohnehin kennen.

Das Hotel Babylon ist ein Fünfsterne-Tempel der Extraklasse. Wer hier eincheckt hat vorher die meiste Zeit damit verbracht seinen Kontostand entsprechend zu tunen. Die Mitarbeiter dieser Kathedrale des Kapitalismus arbeiten streng nach der Devise, die Wünsche jedes Gastes zu erfüllen so lange er dafür zahlt und die Gesetze des eigenen Landes nicht allzu sehr strapaziert werden müssen. Wer also als finanziell durchaus potenter Scheich – gibt es eigentlich in der Schwarz-/Weißwelt jedes Drehbuchautoren kein anderes Abziehbild für ultimativen Reichtum? – mal eben ein Opferlamm auf seinem Zimmer schlachten möchte sollten seine Angestellte doch bitte nur ein wenig darauf achten, nicht eine allzu große Sauerei zu hinterlassen. Nutten, Koks, Glücksspiel und andere Illegalitäten des westlichen Geldadels sind  für Concierge Tony (hervorragend zurückhaltend und trotzdem allwissend gespielt von Dexter Fletcher) da eher das 08/15-Abend-Programm.

Der Zuschauer begleitet die Serie dabei aus Sicht des aufstrebenden Chefportiers Charlie Edwards (Max Beesley), der im ständigen Konflikt mit den täglichen Problemen seiner Gästen und dem profitorientierten Führungsstil seiner Chefin Rebecca (Tamzin Outhwaite) steht. Diese Konstellation sorgt für die nötige Eigendynamik der Serie, natürlich nur dann, wenn sie nicht schon von den Gästen samt ihrer Spezialwünsche erzeugt worden ist.

Hotel Babylon ist im Endeffekt die Serie für alle unter uns, die den latenten Hang zum Klatsch und Tratsch haben und die schon immer einmal wissen wollten, was hinter den Kulissen einer Nobelherberge passiert. Klischees werden, da wo es nicht unbedingt weh tut, ausreichend bedient, die Dialoge sind spritzig und versprühen die latente Aura von Verrat und Missgunst und die Charaktere sind enorm stimmig angelegt. Kurz: Hotel Babylon ist Fernsehunterhaltung pur und bestätigt jeden, der schon immer daran geglaubt hat, dass jeder Mensch irgendwo verborgene Vorlieben oder Geschehnissen in seiner Vergangenheit hat, die besser nicht ans Tageslicht kommen sollten. Dirty Sexy Money lässt irgendwie grüßen, aber dazu demnächst mehr…

Dat isser also, der neue KITT. Ganz ehrlich: bei Knight Rider, ich entschuldige mich jetzt schon einmal beim Hoff-Meister höchst persönlich für den nun begangenen Frevel, war immer das Auto der Star. David Hasselhoff hats damals mit lakonisch schlechtem Schauspiel hinnehmen müssen, dem neuen Hoff dürfte es da nicht anders ergehen.

In Amerika ist die Serie bereits angelaufen und Universal hat nach vier Testfolgen nun eine komplette Staffel bestellt. Dank den Wundern der globalen Vernetzung hab ich mir die Pilotfolge samt Gastauftritt des Hoffs himself und die ersten vier Episoden schon einmal angeschaut und muss sagen: Knight Rider ist Männerfernsehen der ersten Klasse bei dem die 70er Jahre anrufen würden und ihr Serienkonzept wieder haben wollen würden. Michael Kn.. ähm Traceur ist ein Muskelbepackter Ex-Soldat auf den gleich zwei, natürlich optisch extrem ansprechende Arbeitskolleginnen stehen, in allen vier Folgen verschlug es unsere Helden bis jetzt immer irgendwie an irgendwelche Örtchen wo knapp bekleidete Schönheiten rumliefen und KITT röhrt in bester Werbe-Packshot-Hochglanz-Optik durch die Gegend.

Knight Rider ist, anders hätte es auch garnicht aussehen können, eine dauerhafte Hochglanz-Wichsvorlage für 14-jährige, die für Jenna-Jamson-Unterhaltung noch zu jung, für zurechtgecastete Teeniebands aber schon längst zu alt sind. Damit höhere Altersklassen sich trotzdem nicht langweilen, durften die Drehbuchautoren hier und da noch ein paar ironische Dialoge in die Drehbücher schreiben. Ansonsten hat die Handlung nur eine Aufgabe: sie muss logisch genug sein, um ellenlange Fahrtszene, wilde Rauferein, turmhohe Explosionen und halbnackte Frauen zu rechtfertigen.

Denn ganz ehrlich: Knight Rider ist schön anzusehende Unterhaltung bei der die Produktionswerte stimmen und mit Autos, Frauen und jeder Menge Action so ziemlich jedes Klischee einer typischen Männersendung bedient wird. Gegenüber Serienhochkarätern wie Grey’s Anatomy, Six Feet Under, Scrubs, Veronica Mars oder Heroes mag sich das jetzt nicht gerade positiv anhören, aber gönnen wir uns mal eine kleine Retrospektive: Knight Rider hatte schon in den 80ern nicht mehr als KITT zu bieten, 20 Jahre später sind wenigstens noch nett anzusehende Frauen und ein paar markige Sprüche mit von der Partie. Evolution statt Revolution halt.

David Duchovnys Nihilismus gepaart mit der Melancholie eines frisch Verlassenen und schlussendlich multipliziert mit der Überzeugung, sich seines Schicksals nicht einfach so hingeben zu können, erschafft eine wunderbare Mischung zynischen Dramas und harter Realitäts-Komik. Californication zeichnet das Leben eines erfolgreichen Autors, der nichts mehr zu schreiben hat, dessen Beinahe-Ehefrau nun mit einem anderen ihr Leben gestaltet und dessen Sexualleben so abwechslungsreich ausfällt wie sein Alkoholkonsum bedenklich geworden ist. Klischees werden geschickt umschifft und wenn sie bedient werden dann mit einer solchen Überzeichnung, dass sie ins Ironische abdriften.

Der Reichtum an unverwechselbaren Zitaten ist enorm, die Spielfreude der Akteure groß und die Geschichte grandios. Californication ist mehr als nur eine launige Serie, sie ist so bittersüß wie das Leben eben bittersüß sein kann, ohne dabei mit dem moralischen Zeigefinger hausieren zu gehen. Ansehen ist Pflicht!

Die New York Times könnte es kaum besser beschreiben: „The opening ceremonies gave the Communist Party its most uninterrupted, unfiltered chance to reach a gargantuan global audience. At one point, thousands of large umbrellas were snapped open to reveal the smiling, multicultural faces of children of the global village. Benetton could not have done it better.“

Die chinesische Eröffnungsfeier in Peking war eine Demonstration von Gigantismus und Macht, wie sie selbst die USA zu Zeiten des Kalten Krieges kaum besser hätte machen können. Die Choreografien passten perfekt, die Stimmung im Stadion war eingestimmt auf ein hohes Niveau, alle fügten sich, keine tanzte aus der Reihe. Regisseur dieser Veranstaltung war Zhang Yimou, dessen Filme in China lange Zeit der Zensur unterlagen. Yimou präsentierte ein freundliches, fortschrittliches und im Einklang mit der Natur lebendes China. Dass dies in Anbetracht der ökologischen Probleme, der fortschreitenden Medienzensur, einer fatalen Ein-Kind-Politik und der miserablen Objektivität der chinesischen Justiz wenig mit der Realität gemein hat, das trauten sich selbst unsere ARD-Kommentatoren nur in Nebensätzen aufs Höchste kaschiert anzudeuten.

China hat der westlichen Welt, allen voran den USA und Europa, ganz klar gezeigt, wie dominant und perfekt es sein kann. Die Zeremonie, welche einer Zelebrierung chinesischer Omnipotenz gleich kam, verlief ohne Misstöne, ohne Zwischenfälle. Als Lang Lang mit einem kleinen Mädchen anfing Piano zu spielen und sich bunte Kindergesichter aus aller Welt auf der Bühne zeigten, hätte jedem Beobachter sofort klar sein müssen, dass China hier keine Eröffnungsfeier veranstaltet, sondern den Start eine global angelegten Image-Kampagne feiert. China hat gemerkt, dass die Marke China in der westlichen Welt schon lange nicht mehr für grenzenloses Wirtschaftswachstum und als Vorzeigeobjekt das Kapitalismus gilt. Allein deswegen präsentiert sich hier ein Volk, oder besser gesagt dessen allgegenwärtige Staatspartei als weltoffen und zukunftsorientiert und nicht weil es sich großartig politisch entwickelt hat.

Ich sitz hier gerade in Wien und schau mir Sturm Graz gegen Austria Wien im ORF an. Wir haben:

– unpassender, teilweise strundzdämlicher Kommentar? CHECK!

– Schönreden jedes noch so misslungenen Angriffsversuches (hey, es war schließlich mal was Offensives)? CHECK!

– Bestätigung der Schiesrichterleistung, egal wie schlecht sie ist? CHECK!

– überflüssige Interviews inklusive Fragen, die eigentlich keine Fragen sind? CHECK!

– Günter Netzer und Master Delling, die sich gegenseitig mal lustig mal eher peinlich verbal bekriegen und dabei perfekt ein altes Ehepaar simulieren? FAILURE!

Merke: Österreicher haben noch nicht mal ein paar Pausenclowns über die sie sich lustig machen könnten. Es tut mir Leid, dass sagen zu müssen, aber eure Spielberichterstattung ist noch einen Ticken mieser als unsere. Ihr habt mein Mitleid, ehrlich!

Ich habe an sich kein Problem mit der GEZ. Ich sehe es durchaus ein für werbefreies, qualitativ hochwertiges Fernsehen Geld zu zahlen. Wenn ich es denn sehen würde. Ebenso sieht es bei mir mit der Gebührenabgabe für internetfähige PCs aus. Meiner Meinung nach reicht für mich die Annahme, dass ich dazu in der Lage wäre öffentlich rechtliche Inhalte via PC zu konsumieren, nicht aus, um deswegen zwingend von mir Gebühren zu verlangen. Richtig absurd wird es für mich in den Berreichen, wo PCs als Arbeitshilfe dienen, sprich in Büros. Warum soll ich als Arbeitgeber oder Freiberufler Gebühren für meinen PC zahlen, wenn ich diesen nur für meine Arbeit nutze?

Dies sah wohl auch das Koblenzer Verwaltungsgericht so und gab einem Anwalt Recht, der gegen die GEZ klagte. Dieser hatte Anfang 2007 seinen Büro-PC angemeldet, aber darauf hingewiesen, diesen nur für die Recherche in Datenbanken und der Kommunikation mit dem Finanzamt zu nutzen. Trotzdem erhob die GEZ Gebühren für diesen PC, obwohl ein Konusm öffentlich rechtlicher Programme nicht vor lag. Dies ist laut des Koblenzer Richters nicht zulässig. Die GEZ darf also keine Gebühr kassieren.

Interessanterweise wurde das Urteil übrigens damit begründet, dass die GEZ-Gebühr gegen das Grundrecht auf Informationsfreiheit verstoße. Es sei nämlich, so der Richter, durch die GEZ-Gebühr nicht mehr gewährleistet, dass der einzelne Bürger kostenlos und ohne Eingrenzung auf öffentlich zugängliche Informationen zugreifen könne. Gerade ein PC würde hierbei sehr oft für andere Zwecke als dem Empfang von öffentlich rechtlichen Inhalten genutzt.

Eine Pauschalisierung, dass die Möglichkeit zum Empfang allein ausreicht, könnte also bei PCs schon bald kippen. Nach kann gegen das Urteil allerdings Widerspruch eingelegt werden. Es würde mich bei der GEZ wundern, wenn dies nicht geschehen wüde.

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