Von toten Hühnern und Privatfernsehen

Jamie Olivier ist, sagen wirs mal wohlwollend, das direkte Vorbild von Tim Mälzer, nur das er halt aus England kommt. Jamie  hat aber im Gegensatz zu Tim Mälzer mehr drauf als nur ein paar flotte Sprüche und ein dickes Kochbuch mit vielen tollen Rezepten. Der Kerl hat eine Mission. In England sind gut 22,3 Prozent aller Männer fettleibig. Grund dafür ist das schlechte Essen der Engländer. Viel Fastfood, wenig Obst und Gemüse lautet da die Devise. Auch wir Deutsche sind da nicht besser.

James Oliver hat schon oft versucht, die Essgewohnheiten seiner Landsleute zu verbessern. Er sammelte über 270.000 Unterschriften um das schlechte Essen an englischen Schulen zu verbessern. Daraufhin stellte die Labour Partei damals rund 280 Mio. Pfund für gesünderes Essen an Englands Schulen zur Verfügung. Das geht Herrn Oliver aber noch nicht weit genug. Schon im Januar strahlte man beim britischen Sender „Channel 4“ mit „Jamie’s Fowl Dinners“ das aus, was RTL 2 nun heute Abend um 21:15 Uhr unter dem reißerischen Titel „Jamies Hühnerhölle“ vermarktet: Ernährungsaufklärung der etwas anderen Art.

In der „Hühnerhölle“ demonstriert James, wie heutzutage ein Huhn geschlachtet wird. Das so etwas alles andere als apetitlich von statten geht dürfte jedem sein der Dokumentation „We feed the World“ klar sein. Auch wird in der Sendung gezeigt, was Käfighaltung für das Tier genau bedeutet und wie sich dies auch auf die Qualität unseres Essens auswirkt. Die Schockwirkung zum Anfang der Sendung finde ich für solch ein ernstes Thema durchaus angemessen. Schlechte Ernährung und Übergewicht sind mittlerweile zu einem globalen Problem geworden, die Tötung eines Huhns als Sensibilisierung gegenüber der Massentierhaltung ergo ein angebrachtes Mittel. Auch wenn das Tierschützer mal wieder anders sehen.

Wer sich den Hühnermord schon einmal im Vorraus ansehen möchte, hier das passende Youtube-Video:

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