„Ich hoffe inständig für EA und Pandemic, dass sie da so schnell wie möglich einen Patch nachschieben.“ Als ich diese Worte über die nun hinlänglich bekannte ATI-Problematik bei Pandemics neuestem Softwarestreich The Saboteur verlor zeigte mir mein fast schon einsames Kalenderblatt den 3. Dezember an. Nun, heute ist der 19. Dezember, meine übrig gebliebenen Kalenderblätter führen schon fast ein Single-Dasein und, oh Wunder, EA bzw. Pandemic kommen endlich mit einem Beta-Patch, der dieses Problem lösen soll, um die Ecke.

Mehr als zwei Wochen hat es also seit Release gedauert, um The Saboteur von einer unspielbaren Freeze-Orgie zu einem einigermaßen spielbaren Action-Reisser mit außergewöhnlichem Setting und nettem Open-World-Ansatz zu transformieren. Das alleine ist schon eine Frechheit, noch viel frecher kann es aber werden, weil sicherlich EA höchstpersönlich den Raubkopierern die Schuld an den schlechten Verkäufen der PC-Version geben wird, und nicht ihrer katastrophalen Patch-Politik. Was dem ganzen Prozedere jetzt aber noch die Krone aufsetzt, ist die Art und Weise wie hier uns PC-Spielern mit ATI-Karten und Multicore-CPUs und einer neueren Windows-Version als XP  (jaja, extrem exotische Hardwarekombi, ich weiß) ausgeholfen wird: vorerst muss ein Beta-Patch genügen. Warum? Angeblich, weil man innerhalb von 15 Tagen nicht in der Lage dazu war, den Patch hinreichend zu testen. Das ist, gelinde gesagt, ein Witz. EA spielt hier offensichtlich perfide mit der Geduld von uns eh schon recht geduldigen PC-Spielern, denn:

1.)  Hab ich den Titel am Releasetag für 49 Euro erstanden und konnte ihn aufgrund von Hardwareinkompatibilitäten nicht spielen.

2.) Konnte ich The Saboteur nicht umtauschen, da ich den DLC-Content, um nackte Tatsachen im Spiel sehen zu dürfen, schon aktiviert hatte. Dabei hätte ich The Saboteur gerne gegen eine Xbox360-Version getauscht, diese lief nämlich ohne Probleme.

3,)Musste ich mehr als 2 Wochen auf eine Lösung warten, und…

4.)…bekomme dann einen Beta-Patch vorgesetzt.

Ich fühle mich als PC-Spieler von EA eindeutig verarscht. Trotzdem, und das nur aufgrund des interessanten Spielkonzeptes, welches EA allein den Entwicklern vom inzwischen geschlossenem Pandemic Studio zu verdanken hat, freue ich mich jetzt darauf, endlich in die Haut eines irischen Quertreibers schlüpfen zu können, um meinen sehr, sehr weit entfernten Vorfahren die Hölle heiß zu machen.

Download: The Saboteur Beta-Patch

The Saboteur ArtworkGTA meets Paris im 2. Weltkrieg, das klingt für mich sehr verlockend. Gerade weil ich als Videospieler von Frankreich zur Zeit des 2. Weltkriegs eigentlich nur die Slacht in der Normandie mitnehmen durfte. Mehr Sightseeing wird einem als amerikansicher Soldat einfach nicht gewährt. Pandemic hat sich mit dem Setting also schon einmal einen riesen Gefallen getan. Und ich würde The Saboteur auch gerne spielen, nur leider hat sich Pandemic mit einer Sache überhaupt keinen Gefallen getan: die PC-Fassung.

Nein, die Steuerung ist nicht mies, auch gibt es keine inhaltlichen oder optischen Konsolen-Zwangslimitierungen. Nein, dass alles gibt es nicht, oder besser formuliert, das alles scheint es nach 15 Minuten Spielzeit nicht zu geben. Denn weiter komme ich einfach nicht. Irgendwie mag der Programmcode von The Saboteur nämlich überhaupt keine ATI-Grafikkarten, und nein, liebe PC Games Hardware, es beschränkt sich auch nicht auf Atis neue 5xxxx-Serie. In meinem Rechner schlummert eine HD4890 und selbst damit kann ich nur von einem Freeze zum Nächsten spielen.

Ich hoffe inständig für EA und Pandemic, dass sie da so schnell wie möglich einen Patch nachschieben. Mein Zeitlimit läuft in genau 10 Tagen ab, dann kann ich es bei Amazon nicht mehr zurück schicken. Sollte bis dahin nichts dergleichen da sein, werde ich Wohl oder Übel die PC-Version mit einer Xbox360-Version durchtauschen müssen. Und ihr wundert euch alle, warum der PC als Highend-Spieleplattform ausstirbt?

**UDAPTE**
Den Umtausch kann ich mir dank EA übrigens gleich sparen. Wer nämlich Boobies sehen möchte, der muss dafür im Optionsmenü den „Nackt-Modus“ aktivieren. Um dies zu können muss man das DLC-Addon „Midnight Club“ kaufen. Aber nur, wenn man nicht zuvor den in der Packung enthaltenen Code zum freien Download verwendet hat. Sprich: wer das Spiel gekauft hat, das Addon frei geschaltet hat, und nun The Saboteur wieder verkaufen möchte, kann das nur ohne das DLC-Addon machen. Das dürfte wiederrum den Wiederverkaufswert extrem schmälern, denn wer will schon extra 5 Euro dafür Zahlen müsen, nur um etwas nacktes Fleisch zu sehen? Das versteht EA also unter „neuer Kreativität“… Danke übrigens an die Jungs von wired.com für den Hinweis.
**UDAPTE ENDE**

Wer wissen möchte, wie The Saboteur auch auf ATI-Karten spielbar wird, wird in meinem Artikel „The Saboteur – So läufts auch mit ATI-Karten“ fündig.

3. Dezember 2009 Videospiele 4 Kommentare