Unglaublich, dass diese beiden Meisterwerke der Fan-Videokunst bis jetzt im Internet noch so ein Schattendasein fristen (insgesamt nur 2700 Visits bis jetzt). Vor 2 Monaten beschloss Leandro Copperfield fast alle Filme seiner Lieblingsregisseure Quentin Tarantino sowie Joel und Ethan Coen innerhalb von zehn Tagen zu schauen. Er wählte aus all diesen Filmen über 500 Szenen aus und schnitt daraus ein knapp acht minütiges Mashup-Video. Die Veröffentlichung fand damals quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Vor zwei Tagen stellte er nun erneut einen Mashup-Movie ins Internet: dieses Mal nahm er sich der Regisseure Stanley Kubrick und Martin Scorsese an. Hierfür inspezierte er erneut 34 Filme in 25 Tagen, suchte sich wieder über 500 Szenen raus und sperrte sich dann zwei Tage lang in ein dunkles Zimmerchen um das alles zu schneiden.

Herausgekommen sind in beiden Fällen zwei sehr homogene Zusammenfassungen, die den Stil der Regisseure erstaunlich präzise einfangen. Copperfield gelingt es sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede der Regisseure aufzuzeigen. Wem das alles zu viel an Interpretation ist, der sollte die Boxen aufdrehen, sich von dem schönen Soundtrack betören lassen und gemütlich auf seinem Schreibtischstuhl zurück lehnen, um diese Collage von fünf sehr bedeutenden und einzigartigen Regisseure zu genießen.

The Spirit

The SpiritEva Mendes wird als ebenso labile wie auch starke Frau dargstellt, sieht dabei auch noch verdammt gut aus und kann zumindest kurzzeitig darüber hinweg trösten, was „The Spirit“ sonst so alles fehlt:

1.) Ein charismatischer Protagonist, der die Handlung stützen könnte,
2.) ein glaubwürdig gespielter Antagonist (Samuel L. Jackson war schon einmal deutlich besser),
3.) eine nicht ganz so fade und kitschige Lovestory als Handlung,
4.) eine schlüssigere Auflösung der einzelnen Szenen,
5.) eine, wenn nicht schon lineare, dann aber wenigsten ansatzweise logische Schnittfolge,
6.) und zu guter Letzt nicht diese Geruch der Verweiflung und Fäule, der in jeder Sekunde dem Zuschauer um die Nase weht, um ihm zu sagen „Hey, ich wäre gerne so cool wie Sin City, aber es reicht leider nicht, verdammt!“

Frank Miller my Ass also. Achja, Frau Johansson ist auch ganz ansehnlich, aber das sollte nun genug Sexismus für einen Blogeintrag sein. Achja, mit meinem schlechten Eindruck stehe ich übrigens nicht alleine dar.

Underworld: Rise of the Lycans

Underworld: Rise of the LycansThe story so far: Vampire erschaffen durch Zufall eine genetische Mischung aus Vampir und Wehrwolf (Lykaner). Die Lykaner werden von Anfang an als Wachen für den Vampirclan gezüchtet und wie Sklaven behandelt. Nur der erste Lykaner bekommt eine Sonderbehandlung, da der böse Vampirclankönig irgendwie auf ihn steht (natürlich nicht sexuell und so, das sollte klar sein, wir sind hier ja nicht bei 300). Dummerweise verliebt sich die Tochter des bösen Vampirkönigs ™ in genau diesen auserwählten Lykaner und vögelt erst einmal seelenruhig mit ihm in Zeitlupen und 360°-Schwenks präsentiert in einer sehr einladenden Höhle, wovon der Vampirkönig natürlich keinen blassen Schimmer hat. Nebenbei geht es unserem bösen König ™ noch gewaltig auf den Sack, dass seine Tochter sich null für die Vampirpolitik (Menschen knechten, Land vergrößern, Wehrwölfe verjagen, grimmig schauen, nervig dahinfaseln) interessiert. Ist zwar unwichtig, sollte aber der Vollständigkeit halber hier erwähnt werden.

Wie der Titel schon erahnen lässt, geht es unserem erstgeborenen Lykaner irgendwann tüchtig gegen den Strich, dass sein Volk versklavt wird und außerdem hat der fiese Vampirlord herausgefunden, dass der Gute seine liebe Tochter schändet, oder so ählich. Who cares? Um genau zu sein, niemanden. Die Lykaner befreien sich irgendwie aus ihrem Knast und starten eine Gegenofensive, in der sie alles dahinmeucheln oder so. Hier bin ich aus dem Kino gegangen. Dümmliche Dialoge, eine Handlung, die niemanden interessiert, und ein Kameramann, der die durchschnittliche Kulisse wohl aus Berufsehre in vornehmen Schwarz verschwinden lässt, machen „Underworld: Rise of the Lycans“ zu einem sehr überflüssigen dritten Teil der bis dahin eh schon eher unterdurchschnittlichen Triologie. Also Finger weg! Wie zudem hier mehr und dort weniger eindrucksvoll belegt.

Religulous FilmplakatGute Dokumentation fangen meistens mit einer einfachen Frage an. Bei Bill Maher, Ex-US-Comedystar und Late-Night-Talker, und Larry Charles, u.a. Regisseur der Anarcho-Psyeudo-Dokumentation „Borat, geht es ebenso simpel los. „Wie kann ein rational denkender Mensch an soetwas wie die unbeflekte Empfängniss oder schlicht  an die Existenz eines Gottes glauben?“ Diese Frage bildet das Kernthema einer Dokumentation, die mit bissigen Fragen aufwartet und sich manchmal nicht so ernst nimmt, genauso wenig, wie sie ihren Prota- und Antagonisten dabei diffamiert oder beleidigt.

Bill Maher spielt dabei den charismatischen, witzigen aber auch unbequemen Moderator durch eine religiöse Landschaft, die geprägt ist von Halbwissen, religiösen Dogmatismus und blindem Irrglauben. Im Grunde geht es Maher dabei immer um die oben schon erwähnte Ausgangsfrage. Was „Religulous“ dabei so unterhaltsam macht ist die Tatsache, dass Maher keine zufriedenstellende Antwort bekommt und seine Gesprächspartner mit einfachen Fragen schon aus dem Konzept bringt.

Natürlich haben Fragen wie „Warum lässt euer Gott Ausschwitz oder Kriege zu?“ oder „Warum sind »Du sollst Kinder nicht missbrauchen«, »Du sollst nicht foltern« und »Du sollst nicht vergewaltigen« keine christlichen Gebote? einen suggestiven Unterton. Witzig ist es trotzdem, wenn dann z.B. Mark Pryor, evangelikaler Christ und demokratischer Senator des Bundesstaates Arkansas, auf eine solche Frage sichtlich hilflos antwortet: „Um Senator zu werden, müssen Sie keinen IQ-Test bestehen.“ Auch wird demonstriert, wie auch intelligente Menschen nicht vor religiöser Blindheit gefeit sind. Während die einfach gestrikten Herren aus der Trucker-Kapelle in den ersten zehn Minuten der Dokumentation Gott hauptsächlich als Stütze in ihrem Leben brauchen und ihre Antworten in diesem Sinne meist kaum über Nullaussagen und plakatives Achselzucken hinaus gehen, zeigt sich Francis Collins, Leiter des Humangenomprojekts und zum Christentum konvertierter Atheist, bei der Frage nach Gottes Existenz ungefähr genauso hilflos in seinen Antworten. “Jesus hat es gegeben.” – “Nein, das hat es nicht.” – “Es gab Augenzeugen!” – “Keiner, der in der Bibel über ihn geschrieben hat, hat ihn wirklich gekannt”. – “Naja, die sind ja aber nur wenige Jahrzehnte von Augenzeugen entfernt.” Für einen Wissenschaftler eine durchaus fragwürdige Haltung und gar komplette Fehlinterpretation des Wortes „Augenzeuge“.

Maher trifft auf seiner religiösen Fragetour aber durchaus noch strittigere Personen. Da gibt es einen christlichen Aktivisten, der behauptet, die Bibel würde Homosexualität als unnatürlich ansehen, ein Anderer sieht sich sogar als „Reinkarnation“ Jesus´und versucht dies mit einer Argumentation zu belegen, die dermaßen beliebig ist, dass jeder Mensch auf dieser Erde ein Nachfahre Jesu`sein könnte. Mal ganz davon abgesehen, dass man unter der Reinkarnation Jesu etwas anderes versteht als das man mit ihm verwandt ist.

Maher wirft zudem einen kritischen Blick auf die Verknüpfung von Politik und Religion. Nicht zuletzt die Gotteshörigkeit eines George W. Bush fürht Mahler als Beispiel dafür an, dass Religion in der Politik keine zentrale Rolle spielen dürfe und schon gar nicht als Legitimation für politische Entscheidungen dienen darf. Er versucht dabei die scheinbar christlich motivierte Außenpolitik George W. Bushs als das hinzustellen, was sie in Wirklichkeit war: ein Misserfolg.

Von „Religulous“ darf der Zuschauer unterm Strich keine ausgewogene Expertise über den Einfluss von Religionen auf unsere alltägliches Leben erwarten. Viel mehr überzeichnen Maher und Charles alle großen Religionsgruppen als intolerant, gewaltbeherrscht und irrational. Der dabei an den Tag gelegte Dialogwitz, sowie die immanente Ironie gepaart mit einer gewissen Portion Anachrismus machen „Religulous“ zu einer unterhaltsamen, wenngleich auch tendenziösen Dokumentation. Die Quintessenz, dass religiöser Fanatismus und purer Gotteshörigkeit vor allem, aber nicht nur bei politischen Enscheidungen zu komplexen Problemen führen können gibt „Religulous“ dennoch die Berechtigung zumindest als mahnendes Exempel eine gute Figur zu machen.

Auf der anderen Seite- Ayten und LotteEs geht, leicht verspätet wie ich zugeben muss, weiter mit meiner kleinen Exkursion über den deutschsprachigen Film. Wer dabei natürlich nicht fehlen darf ist Fathi Akin. Der in Deutschland von immigrierten Türken geborene Regisseur setzt sich in seinen Filmen hauptsächlich mit der Wechselwirkung der beiden Länder zwischeneinander auseinander. Sein sozialer Hintergrund bestimmt also stark sein filmisches Schaffen.

Bei „Auf der anderen Seite“ ist dies nicht anders. Das Gerüst der Handlung besteht aus der zufälligen Begegnung sechs eigentlich sehr unterschiedlicher Menschen, die auf verblüffende Weise durch verschiedene Schicksale aufeinander treffen, oder dies auch nicht tun.

Akin beschäftigt sich in seinem Film mit einem vielfältigen Themespektrum. Seine Geschichte handelt von Reue, Verfolgung, Liebe, Courage und Heimweh. Er politisiert seine Charaktere nicht, sondern versucht deren Handlungen als Zusammenspiel aus Konflikt- sowie Vergangenheitsbewältigung darzustellen. Religiöse Fragen werden ebenso wie politische Themen eher am Rand behandelt. Für Akin steht die Beziehung dieser sechs Charaktere eindeutig im Mittelpunkt.

Auf der anderen Seite - Susanne und NejatDie Motive seiner Charaktere sind dabei vielschichtig und teilweise rational, meisten aber irrational begründet. Akins Grundaussage ist klar: der familiäre Zusammenhalt ist durch Extremsituation zwar temporär zerschlagbar, jedoch nicht unrettbar verloren. Der Tot wird dabei von Akin als eben solche Ausnahmesituation instrumentalisiert. So lässt der Totschlag der Geliebten (Yeter) seines Vaters den Germanistik Professor Nejat Aksu wieder nach Istambul reisen, um dort der Tochter der Geliebten das Studium zu finanzieren. Gleichzeitig treibt es die junge Studentin Lotte nach Istanbul um ihre großen Liebe Ayten Öztürk, die aufgrund ihrer politischen Überzeugung inhaftiert wurde, aus dem Gefängnis zu befreien. Lotte und Nejat beiden gemein ist, dass sie sich aufgrund ihrer Entscheidung von ihren wichtigsten Bezugspersonen abgespaltet haben. Lotte kann nicht verstehen, warum ihre Mutter sie nicht bei der Befreiung ihrer Geliebten unterstützen will, so wie Nejat seinem Vater nicht verzeihen kann, dass er die Hautpschuld am Tot seiner Geliebten trägt.

Lotte wird bei dem Versuch Ayten zu helfen getöt, während Nejats Suche nach der Tochter im Sande verläuft. Beide werden ihre anfänglichen Ziele nicht erreichen können, finden jedoch in ihrer eigenen Familie trost. Lottes Mutter reist um die Beweggründe ihrer Tochter zu verstehen nach Istanbul.  Nachdem sie auf Nejat getroffen ist, bei dem Lotte in Zimmer gemietet hat, und Aytens Reue über den Tot ihrer Tochter erlebt, beschließt sie, die Mission ihrer Tochter zu Ende zu führen und entdeckt dabei die Liebe zu Instanbul und zu ihrer Tochter wieder.

Nejat, mit dem Tot Lottes zwar nur indirekt konfrontiert, wird auf einmal klar, dass  die Zeit mit seinem Vater durchaus beschränkt ist, und entscheidet sich dazu, diesen nach seiner Abschiebung aus Deutschland zu besuchen und ihm zu verzeihen.

Auf der anderen Seite - Nejat und YeterBildsprachlich verpackt Akin sein Familiendrama geschickt durch den starken Kontrast der beiden gewählten Hauptschauplätze. Die Norddeutschen Städte Kiel und Hamburg wirken mit ihren kühlen Blautönen kälter und weniger einladend als das in seichte, warme Orangtöne getaufte Istanbul. Insgesamt wirkt Istanbul so deutlich freundlicher dargestellt. Ausschweifende Naturpanoramen unterstützen dieses Gefühl zudem. Trotzdem ist Akins Präsentation mit einem geschickten Unterton gespickt. Als besondere Schlüsselszene hierfür darf die Sargüberführung der Leichen Lottes und Yeters gelten: Yeter, die ihre Heimat verlassen hat, um ihrer Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen, und Lotte, die zur Erfüllung ihrer Liebe und der eigenen Ideale auswanderte, werden in ihre ursprüngliche Heimat überführt, der sie nun aber eigentlich fremd sind. Es mag zwar vielleicht nicht Akins Intention gewesen sein, aber eben mit diese Szene stellt er den Begriff Heimat als labilen Bestandteil unseres Lebens dar, der mit unserem Geburtsland wenig zu tun haben mag.

„Auf der anderen Seite“ ist somit ein Drama, dass sich mit dem Stellenwert der eigenen Familie und dem Heimatbegriff auseinander setzt und dabei eine ebenso vielschichtige wie auch zuversichtliche Antwort zu geben vermag. Ein zuversichtlicher Film also, befreit von jedwedem Kitsch aber irgendwie auch eine Liebeserklärung an die Stadt Istanbul.

Resident Evil : Degeneration CoverTwilight“ war weder Trash noch Brillianz sondern abgrundtiefer Müll, grund genug also zu „Resident Evil : Degeneration“ zu greifen. Schlimmer kanns ja kaum noch werden. Erster Pluspunkt: bei Capcom hat man anscheinend bemerkt, dass eine Realverfilmung der Reihe zu extrem bescheidenem Filmstoff führt und gleich mal eine fähige CGI-Schmiede ans Werk gelassen. Der Störfaktor „untalentierte Schauspieler“ wurde also schon einmal dezimiert. Zweiter Pluspunkt: bei Capcom hat man außerdem mitbekommen, dass ein gutes Resident-Evil-Drehbuch keine Metaebene braucht. Eine logische Abfolge von Zombie-Metzelorgien mit ein wenig Hintergrundgeschichte zur Erklärung reicht vollkommen aus. Dabei herausgekommen ist ein herrlich dämlicher Horror-Action-Streifen bei dem ordentlich Blut fließt und der T-Virus Zombies wie beim Schlussverkauf von Umbrella produziert.

Für die Handlung hat Capcom wahrscheinlich ordentlich Kohle von  den „Sons of the American Revolution“ bekommen. Ein dezent an Fidel Castro angelehnter Diktator eines Inselstaates (+ 1.000 Kudos-Punkte im Propaganda-Krieg) steht im Verdacht die USA zu erpressen. Nebenbei ist Umbrella nach den Vorfällen in Racoon-City tot und mit WillPharma hat sich ein neuer Hersteller von Arzneimitteln an die Weltspitze empor gearbeitet. Umbrella-like experimentieren auch diese mit irgendwelchen ominösen Viren herum. Grund genug also für eine saftige Demo gegen ihren staatlichen Unterstützer, den Senator Ober-Arsch dessen Namen ich leider vergessen hab (ist eh unwichtig). Passenderweise findet diese Demo auf einem Flughafen statt, indem soeben Claire Redfield aussteigt und ihre kleine Nichte in die Arme schließt, ehe ein Flugzeug in den Flughafen kracht und dort die erste Zombieplage losbricht.

Resident Evil : Degeneration Shot 01Metzel-Action ist angesagt und da dank CGI Zombies auch nicht mehr so teuer sind ist der Bodycount extrem hoch. Der Funfaktor steigt also. Da übersteht man auch gerne das bisschen Handlung. Claire ist natürlich eine erfahrene Kampfamazone, die Gute hat ja schließlich Racoon-City überlebt, und verschanzt sich mit Senator Ober-Arsch, dessen Arschigkeit mit jeder Filmsekunden exponentiell zunimmt (Klischeecharaktere funktionieren in Horrorstreifen erstaunlich gut) in der VIP-Lounge irgendeiner Airline (ist auch unwichtig).

Senator = wichtig. Wichtig = muss gerettet werden. DER Mann seit Resident Evil 4 für Rettungsaktionen? Genau, Leon S. Kennedy (leichte Anspielung auf die linksradikalen Kennedy-Säue = – 1.000 Kudos-Punkte im Propaganda-Krieg) hat seinen ersten Auftritt. Filmisch ungefähr so aufgearbeitet: Dummer-Kononenfutter-Spezialeinheiten-Typ faselt mit Noch-extrem-wichtig-werdender-Spezialeinheiten-Polizistin über die Ereignisse und sagt resignierend soetwas wie: „Ich weiß nicht, was da draußen passiert, aber wir müssen es erledigen. Wie immer halt… “ In diesem Moment platzt Leon rein, sagt ein paar extrem coole Worte wie „Mit mir schaffen wir das, ich kenn mich aus“, verzichtet auf die Unterstützung einer ganzen Polizei-Brigade und schlussfolgert nebenbei haarscharf, dass sich der Senator nur in der VIP-Lounge verstecken könne. Ha, Horrofilme machen es sich einfach. Scheiß auf großartige Herleitungen, ein paar coole Sprüche, harte Kerle und süße Schnitten, fertig ist die Rechtfertigung für jedes noch so suizidiale Himmelfahrtskommando. Achja, ein extrem furzcool inszenierter Hubschrauberflug später metzelt sich unser dynamisches Trio bereits durch die Zombieherden. Kaum ist Claire samt kleiner Nichte und Mr. Senator Oberarsch gerettet, muss unser Spezialeinheitenfuzzie dran glauben (Heldentot für die Freiheit der USA und, besonders wichtig, seiner Politiker gestorben = + 10.000 Kudos-Punkte im Propaganda-Krieg).

Resident Evil : Degeneration Shot 02Ein wenig Geschnetzel später sind dann alle gerettet und erstmal ist alles Friede, Freude, Eierkuchen. WillPharma und Mr. Ober-Arsch entpuppen sich zu allem Schnulzüberschuss auch noch als extrem human und haben ein Gegenmittel gegen den T-Virus erforscht und wollen damit jetzt den ganzen Flughafen wegimpfen. Achja: nicht zu vergessen, Mrs. Noch-extrem-wichtig-werdende-Spezialeinheitpolizistin hat ihren großen Auftritt: Mr. Ober-Arsch und ein neu hinzugekommener unheimlich geheimnisvoller Wissenschaftler (weißer Kittel, weiße Haare, markige Brille, weise Worte = so MUSS jeder Horrofilm-Wissenschaftler aussehen) verdächtigen einen Öko-Aktivisten mit dem klangvollen Namen Curtis (dunkle Haare, dunkler Anzug, dunkle Augenfarbe, dunkle Grundstimmung, dunkler Blick, es passt einfach alles so perfekt, herrlich), der und jetzt kommt es dicke, der Bruder von unserer Spezialeinheiten-Tante ist.

Nun kommt das Finale, was wiederrum heißt, dass sich die Story nun gänzlich verabschiedet und eigentlich nur noch wild durch die Gegend gemetzelt, gesschossen und geflüchtet wird. Aber das ist egal, schließlich wird extrem cool gemetzelt, geschossen und geflüchtet. Dazu kommt es aber erst nachdem:

a.) die Laster mit dem Impfstoff zerstört werden (Angriff mit Langstreckenraketen, wie die, die immer noch im Irak sind + 100.000 Punkte im Propaganda-Krieg),

b.) der geheimnisvolle Wissenschaftler auf einmal verschwunden ist,

c.) und Curtis sich das G-Virus im WillPharma-Hauptquartier injeziert hat, weil es sich wegen seiner Familie rächen will, oder so ähnlich.

Resident Evil : Degeneration Shot 03Die Aufgaben werden nun wie folgt verteilt: Claire, die zuvor schon mit dem öminosen Wissenschaftler zu WillPharma gefahren ist, muss erstmal wild durch die Gegend laufen und irgendwas machen (hab ich vergessen, ist aber eh egal), Leon und Mrs. Spezialeinheit (Name: Angela) müssen Curtis bekämpfen und lösen dabei den Säuberungsmodus im WillPharma-Gebäude aus, den wiederum Claire stoppen muss.  Ja, und das tun sie jetzt alle bis Curtis tot ist und Claire den Plänen des ominösen Wissenschaftlers auf die Spur gekommen ist. Alles super inszeniert und launig Geschnitten mit viel Blut und einigen Herzstillstand-Momenten natürlich.

Das Ende haut  dann nochmal so richtig auf die Kacke. Der ominöse Wissenschaftler macht natürlich gemeinsame Sache mit dem bösen Inselstaaten-Diktator (Schläferthematik angesprochen = weitere 100.000 Kudos-Punkte im Propaganda-Krieg). Gemeinsam wollten unsere beiden Superschergen die Welt unterjochen indem sie das T-Virus in jedes Land verschleppen und dann mit ihrem Impfstoff die Macht auf der Welt ergreifen wollen (Biowaffenthematik total unauffällig implementiert = Jackpot, + 1.000.000 Kudos-Punkte im Propaganda-Krieg).

Fassen wirs zusammen:

Fidel-Castro-Verschnitt = + 1.000 Punkte
Die Kennedies als Retter Amerikas dargestellt (kann mal passieren): – 1.000 Punkte
Heldentot für USA und Freiheit und so: + 10.000 Punkte
Böse Langstreckenraketen: + 100.000 Punkte
Schläferthematik: + 100.000 Punkte
Pöse Biowaffen: + 1.000.000 Punkte

= 1.210.000 Patriot-Kudos-Points: Capcom, ihr habts echt drauf und das ohne es zu wissen.

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TwilightThe Story so far: Konrad möchte „Twilight“ schauen, ist sich nach einigen, sagen wir mal, nicht gerade positiven Kritiken unsicher, geht aber in der Hoffnung guten, altmodischen Teenie-Trash zu bekommen trotzdem ins Kino. Big miserable Failure!

„Twilight“ ist per se nicht schlecht. Der Look ist erfrischend unterkühlt, die Kameraarbeit solide und der Score ist auch nicht von allzu schlechten Eltern. Was „Twilight“ aber vollkommen abgeht ist das Drama an sich. Bis der Film soetwas wie Fahrt aufgenommen hat dauert es gar eine knappe Stunde. Was dann passiert ist jedoch leidlich spannend. Die Verfolgungsjagd zwischen Gut und Böse hat man in anderen Vampirsagen schon weitaus spannender umgesetzt gesehen. Garniert wird das Unvermögen der Regisseurin soetwas wie Spannung aufzubauen dann noch mit dem gekünstelten Spiel der Akteure. Edward wirkt mit seinem andauernden Wechselspiel der Gefühle eher wie eine prepubertäre Zicke, während Bella die Rolle des vereinsamten kleinen Teenagers, der soeben von seiner Familie und seiner Heimat getrennt wurde, zu 90 Prozent dadurch auszudrücken vermag, dass sie die Anwesenheit ihrer Schulfreunden als unerträglich empfindet. Kleines verzogenes Göhr steht ihr dabei besser ins Gesicht geschrieben als das, worauf ihre Rolle ausgelegt zu sein scheint. Zu Gute halten muss man Kirsten Stewart, welche Bella mimt, jedoch, dass sie selbst dabei noch verdammt süß aussieht. Das sie als Schauspielerin aber weitaus mehr kann als eben das, durfte sie schon in kleineren Rollen wie z.B. in „Into the wild“ und „Panic Room“ beweisen.

Der schwerste Fehler wird aber in dem Moment begangen, indem „Twilight“ anfängt, sich selbst allzu ernst zu nehmen. Sicherlich hätte man aus dem Thema des Films, der Liebe zwischen einem Menschen und einem Vampir, eine schöne Metapher über die grenzübergreifende Liebe zweier ungleicher Personen bilden können. Was „Twilight“ dafür fehlt ist aber schlicht und ergreifend eine dazu passende Metaebene. Die meiste Zeit des Films wird darauf verwendet den Unterschied zwischen der verletztlichen Bella und dem übermenschlich starken Edward aufzuzeigen. Thematisiert werden dabei jedoch nur die altbekannten Klischees. Vampire mögen kein Sonnenlicht und können nur schwerlich ihre Gier nach menschlichem Blut unterdrücken. Blade und Co. lassen grüßen. Wenn es dann um die Liebe, sprich dem Kernthema des Films, geht verfällt Catherine Hardwicke in naive Kleinkinderklischees. Prüderie ist der beste Ausdruck für das, was hier dem Ausmaß der Liebe als Vorgabe zu Grunde gelegt wird. Mehr als Küssen und Umarmen wird dem Päarchen nicht gestattet. Das eben genau dies im Wiederspruch zu dem wahrhaft fleischlichen Verlangen Edwards steht wird zwar thematisiert, sein Verlangen jedoch als sadistisch abgestempelt. Das mag zwar oberflächlich betrachtet richtig sein, verweigert dem Film aber auch jeglichen Subtext.

Endgültig ist „Twilight“ ein langweiliger, überflüssiger Film, der weder sein Potential nutzt, noch ansatzweise als Teenie-Trash unterhalten kann. Ob und inwieweit die Romanvorlage dafür verantwortlich ist kann ich schlecht nachprüfen, dafür hätte ich die Bücher lesen müssen. Wenn sich der Film „Twilight“ dabei aber wirklich wie im Flimmerblog beschrieben an die Vorlage hälte „ohne zu kürzen, zu hetzen und zu verändern“ habe ich dazu jedoch keine Lust mehr.

20. Januar 2009 Filme, TV & Co., Trash 1 Kommentar

Twilight FilmplakatIch bin gerade unschlüssig. Marcus Kleine ist ebenfalls nicht begeistert, blöderweise fand ich den Trailer aber recht interessant. Vielleicht ein wenig zu viel Ami-Horro-Drama-Kitsch und so, aber die Handlung hats mir damals irgendwie angetan.

Gut, ich als Optikhure, dürfte von einem Film der laut Rajkos Aussage „in seinen besten Szenen […] gerade einmal nach 10 Mio. [aussieht]“ sicherlich schon eimal weniger angetan sein. Nur muss ein Film nicht immer professionell und schön aussehen um auch Tiefenunschärfe- und Kantenlichtfetischisten wie mich fröhlich zu machen. Auch Videolook hat seine eigene Ästhetik, man denke nur an das grobkörnige Bild einer SVHS-Aufnahme, welches mit seinen weichen Konturen und den eher blassen Farben, die dann auch noch stark an den Konturen zum Ausbrennen neigen, eine ganz eigene Filmwelt erschaffen kann. Ich finde das Wort „Videolook“ eh viel zu sehr negativ besetzt. Ohne miniDV und HDV wären viele interessante Dokumentation und kleinere Genrefilm niemals erschaffen worden.

Okay, zurück zum Thema. Twilight hat evtl. einen passenden eigenen Look, eine interessante Vampirstory und vielleicht sogar eine gelungene dramatische Erzählweise. Twilight könnte also durchaus Spaß machen, es könnte jedoch auch ein 37 Millionen Dollar teures Video-Trash-Vampir-Märchen sein. Hört sich für mich jetzt alles nicht sonderlich abschreckend an, ich geh wohl heute mals ins örtliche Kino.

P.S. Das Wortgerüst „Biedermeier-Schnulze“ ist in ähnlicher Komposition ein ebenso abgenutztes, wie langsam auch ermüdender Begriff für etwas, das man schlichter und auch passender als langweilige und unispirierte Liebesgeschichte bezeichen könnte. Das knallt zwar nicht so stark in den Ohren des Lesers, verklärt aber auch nicht die Biedermeier-Zeit zum Inbegriff für Langeweile und Fortschrittsverweigerung.

Happy go Lucky„Happy go Lucky“ kam diesen Januar auf DVD raus, Zeit für mich, sich den Streifen, der damals so komplett an mir vorbei gegangen ist, einmal anzuschauen. Um es kurz zu machen: es mag Filmfreude geben, die es nicht stört, wenn ein Film keine stringente, logische Handlung hat, sonder das Leben einfach so beobachtet, ich gehöre anscheinend nicht dazu. Keine Frage, Sally Hawkins hat ihren Golden Globe wirklich verdient, so herzlich naiv und glaubwürdige ist ihrer Darstellung Poppys und Mike Leigh ist ein exzellenter Regisseur, sein Drehbuch ist es aber nicht.

Uwe ging Poppy arg optimistische Weltanschauung und dessen Darstellung auf die Nerven, mir die nicht vorhande Substanz des Films. Gäbe es nicht den durchgeknallten Fahrlehrer Scott, der dem Film ein wenig Tragik und damit auch ein wenig Tiefgründigkeit schenkt, „Happy go Lucky“ wäre eine Dauerreklame für Prozac, leider ohne Anfang und Ende. Mike Leigh kann Regie führen, zum Glück, denn sonst gäbe es einige perfekt inszenierte Momente nicht. Als Scott seine Schulzeit mit den knappen Worten „die Schule hat mir nicht gut bekommen“ kommentiert und auf weitere Nachfragen schweigt, kann man spürbar fühlen, wie dort zwei Welten aufeinander prallen. Auf der einen Seite die unbeschwerte, sorglose Poppy, auf der anderen Seite der ihr Fahrlehrer Scott als gehemmten, sozial unterentwickelte, cholerisch veranlagten Miesepeter, der vom Leben nicht allzu viel Positives erwartet.

Man sollte Scott danken, ohne ihn wäre „Happy go Lucky“ nicht mehr als eine seichte Komödie. Ich hatte aber trotzdem mehr erwartet, möchte jemand die DVD kaufen?

16. Januar 2009 Filme, TV & Co. 2 Kommentare

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