Letzte Woche war, wie es Pulitzer-Preisträger Timothy Egan in der „New York Times“ so treffend formulierte, wohl die „blutigste Woche des Jahres“ für so ziemlich jeden Print-Journalisten in den USA. Rund 1000 Jobs fiehlen in eben jener Woche dem Rotstift zum Opfer. Doch damit hört die Entlassungswelle im Print-Markt in den USA nicht auf. Heute kündigte der „Chicago Tribune“ an, weitere 80 redaktionelle Stellen zu streichen. Paradoxerweise steigen zugleich die Reichweiten der großen Zeitungen. Nur halt eben online und nicht im Print-Berreich. Das große Geld lässt sich mit den Online-Ausgaben aber noch nicht verdienen, der Leser zahlt per se ja erst einmal nichts für die Information. Werbung alleine reicht da als Einnahmequelle nicht aus.

MSNBC geht jetzt sogar soweit und erklärt den Printmarkt für tot, vergisst dabei aber auch, dass das Internet dank IPTV irgendwann auch am Stuhl der Fernsehsender sägen könnte:

Jeff Jarvis, Erfinder des Magazins „Entertainment Weekly„, geht indes das Problem pragmatisch an und erklärt in einem Beitrag auf seinem Blog „BuzzMachine“, wie man eine Tageszeitung selbst in kleineren Städten zugleich rentabel und journalistisch wertvoll führen kann. Eins dürfte nach den rapiden Einschnitten bei fast allen großen Tagszeitungen in den USA aber klar sein: Online und Print müssen es gemeinsam schaffen, eine sowohl dem wirtschaftlichen, als auch dem journalistischem Anspruch gerecht werdende Symbiose zu schaffen. Denn: Wer möchte schon schlecht recherchierte Artikel und Nachrichten lesen, selbst wenn diese kostenlos verfügbar sind?