800px logo der spiegelsvg 300x67 Spiegel versus deutsche BloggerJa, der Spiegel findet deutsche Blogger unpolitisch und belanglos. So ganz verkehrt ist die Einschätzung nicht. Gute Politblogs sind selten, besucht werden lieber Blogs mit Schnäppchentipps oder Kaufberatung für Home-Entertainment.  Warum das so ist? Wer braucht schon einen tagesaktuellen Politblog, wenn er sich mit der Tagesschau kompetent informiert fühlt? Nicht viele, anscheinend…

21. Juli 2008 Online, Web 2.0 1 Kommentar

e3 logo 240x300 Achja, es ist übrigens E3Die E3 ist ja mittlerweile nur noch eine Messe unter Vielen, so neben der Games Convention und der Tokio Games Show. Ergo gibt es dieses Jahr weniger Wahnsinnsmeldungen als noch 2006. Trotzdem, die E3 ist immer für ein paar Überraschungen gut. Für all diejenigen unter euch, die nicht die Lust haben, sich durch zig Spieleseiten zu wuseln, hier die wichtigen Informationen im Überblick.

- Final Fantasy XIII kommt auch für die Xbox 360 (PS3 sag leise servus…)

- nochmal die 360: Microsoft lässt die 20-GB-Variante in den USA auslaufen und liefert nur noch die 60GB-Version für 349 USD aus, Restbestände der 20er werden für 299 USD verhöckert

- id Software ist jetzt bei EA, EA-Partners sei dank

- und wieder mehr Speicher: die Playstation 3 kommt jetzt mit 80 GB, anstatt der bisherigen 40 GB

- 256 Spieler in einem Shooter gleichzeitig, Mag solls möglich machen

- und zu guter Letzt will uns Nintendo mit der Wii-Motion Plus nochmal Zusatszeug verkaufen.

Zu Rage gabs noch nen netten Trailer, FF XII sollte man auch noch gesehen haben, ebenso Resident Evil 5 und Mirror’s Edge. Das wars soweit, wirklich. Wer mehr Details will, bitte bekannte Quellen besuchen. Wer Geheimtipps sucht, darf gerne mit mir mitsuchen. Sollte ich welche finden, morgen mehr, versprochen!

pizza connection a 300x187 Retroliebe: Pizza ConnectionEs muss so ungefähr 1996 gewesen sein als ich das erste Mal auf dem Bildschirm meines besten Freundes wie gebannt auf dieses Spiel geschaut hab. Ihr müsst wissen, dass mich Wirtschaftssimulationen schon mein ganzes Videospielleben begleiten. Ich mag einfach die Vorstellung selbst Geschäftsmann eines expandierenden Imperiums zu sein, egal ob es sich dabei um Pizzen, Transporte, Öl, Schmuggelware oder sonst irgendetwas handelt. Vielleicht kompensiere ich damit auch nur, meine Unfähigkeit durchgehen rationale Entscheidungen treffen zu können. Ich bin also eigentlich eher ein Mensch, der besser keine große Firma leiten sollte. Ich bin einfach zu gutmütig dafür.

pizzaconnection 300x187 Retroliebe: Pizza ConnectionNun aber zurück zu Pizza Connection. Der Grund warum mich dieses Spiel vom ersten Moment an begeisterte, war die Möglichkeit, seine Pizzen selbst zu belegen. Zwar musste man um seine Pizzeria am Laufen halten zu können auch Standard-Pizzen wie Hawaii oder Vier-Jahreszeiten im Programm haben (entsprechende Vorlagen musste man dem Pizza-Kochbuch entnehmen), im Endeffekt war der eigenen Kreativität eigentlich nur durch die Zutatenauswahl Grenzen gesetzt. Dabei kamen die verrücktesten Kreationen raus. Von Tunfish-Pizza mit Erdbeeren und Knoblauch, bis hin zu meiner “El Monster” genannten Pizza mit ganzen Hummer-Teilen an Kaviar mit Shrimps und Spinat und einigen Zutaten, die mir leider entfallen sind. Ich konnte stundenlang mit meinen Freunden vor diesem Spiel sitzen und die abgefahrensten Pizzen erschaffen.

Daneben war das Spiel an sich auch recht unterhaltsam. Wer es in der Pizza-Tycoon-Welt (so der englische Titel) zu etwas bringen wollte, musste auch schon mal den Bürgermeister bestechen oder Aufträge für die Mafia durchführen. Da gabs von Botenfahrten bis hin zu Mordanschlägen so ziemlich alle (un-)möglichen Missionen zu erfüllen. Je nachdem wie erfolgreich man dabei war, stieg man so immer schneller auf der Karriereleiter auf. Vom einfachen Botenjungen bis hin zum Paten war es dabei ein weiter Weg. Wer zudem zu viel mit der Unterwelt zu tun hatte konnte nur schwer seinen Status in der Oberwelt verbessern.

pizza connection c 300x187 Retroliebe: Pizza ConnectionPizza Connection wirkte mit seiner niedlichen Grafik und den vielen ironischen Anspielungen auf Vorurteile und klassische Mafia-Streifen zwar wie ein lustiges, kurzweiliges Spiel, hinter dieser Fassade stecke aber eine umfangreiche und nicht ganz leichte Wirtschaftssimulation. Wer Kunden in seinem Restaurant haben wollte musste dafür Werben. Werbung war und ist teuer also müssen Kredite her. Banken geben aber nicht jedem Trottel gleich mehrere hunderttausend Mark also musste man erst einmal klein anfangen. Ein paar Handzettel und ein gemieteter Laden mit eher zweckmäßiger Ausstattung in einer nicht so schönen Gegend war dann das Ergebnis. Wenn das Restaurant-Geschäft am Anfang nicht gut anlief, lag das meist an schlechten Waren oder daran, dass die Tomaten mal wieder ausgegangen waren. An gutes Personal war meist auch nicht so denken. Erste Mafia-Aufträge haben bei mir damals schon so manche Insolvenz abgewendet.

Für mich ist und bleibt Pizza Connection eine der besten Wirtschaftssimulationen. Der Spaßfaktor war durch die Kreation von Pizzen, die Mafia-Aufträge sowie die schrulligen Charaktere gesichert, die dahinter liegenden Simulation durchaus intelligent und Schönheitsfehler quasi kaum existent. Klar, die Lagerverwaltung war grausam und das ewige Eintippen von Telefonnummern hat genervt, hatte man aber erst einmal seine eigene Restaurant-Kette und konnte in Ruhe eigene Pizzen zusammenbasteln und die Konkurrenz ärgern, machte mir Pizza Connection mehr Spaß als es z.B. Die Gilde viele Jahre später tat.

400px skull and crossbones svg 150x150 IVW 2/2008: Welcher Spieler liest eigentlich noch offline?Wenn ich mir die neuen, frisch veröffentlichten IVW-Verkaufszahlen so ansehe, wohl nicht mehr allzu viele. Hier nun aber das Desaster:

Bravo Screenfun
Aktuelles Quartal (02/08): 22.105 Hefte
Vorjahr (02/07): 55.943 Hefte
Veränderung (2008 im Vergleich mit 2007): - 60,5%,  -33.838 Hefte

CBS
Aktuelles Quartal (02/08): 263.113 Hefte
Vorjahr (02/07): 319.004 Hefte
Veränderung (2008 im Vergleich mit 2007): -17,5%,  -55.891 Hefte
Game Master
Aktuelles Quartal (02/08): 53.149 Hefte
Vorjahr (02/07): 47.049 Hefte
Veränderung (2008 im Vergleich mit 2007): +13,0%,  +6.100 Hefte
GameStar
Aktuelles Quartal (02/08): 179.272 Hefte
Vorjahr (02/07): 210.577 Hefte
Veränderung (2008 im Vergleich mit 2007): -14,9%,  -31.305 Hefte

GamePro
Aktuelles Quartal (02/08): 41.082 Hefte
Vorjahr (02/07): 48.243 Hefte
Veränderung (2008 im Vergleich mit 2007): -13,8%,  -7.161 Hefte

PC Action
Aktuelles Quartal (02/08): 50.967 Hefte
Vorjahr (02/07): 64.888 Hefte
Veränderung (2008 im Vergleich mit 2007): -21,5%,  -13.921 Hefte

PC Games
Aktuelles Quartal (02/08): 137.699 Hefte
Vorjahr (02/07): 173.004 Hefte
Veränderung (2008 im Vergleich mit 2007): -20,4%,  -35.305 Hefte

PC Games Hardware
Aktuelles Quartal (02/08): 74.999 Hefte
Vorjahr (02/07): 82.280 Hefte

Veränderung (2008 im Vergleich mit 2007): -8,8%,  -7.281 Hefte

SFT
Aktuelles Quartal (02/08): 181.673 Hefte
Vorjahr (02/07): 203.062 Hefte
Veränderung (2008 im Vergleich mit 2007): -10,5% , -21.389 Hefte

PC Games und GameStar stecken in einem erschreckenden Auflagentief, vor knapp zwei Jahren konnte die GameStar immerhin noch knapp über 300.000 Hefte pro Monat durchverkaufen, die PCGames war bei konstant über 200.000 Stück. Davon kann man heute wohl nur noch träumen. Quelle für dieses Manifest des Print-Sterbens ist übrigens PZ-Online.

51gqcdri9cl ss400  300x300 Konsummus: The Subways   All or nothingKennt ihr dieses Gefühl in eurem Brauch, wenn ihr euch die Ohrstöpsel eures Ipods in die Ohren haut auf Play drückt und sofort anfangt wehmütig zu werden? Euer Verstand setzt sich rege in Bewegung und stellt sich vor, wie es jetzt wäre als Teil dieser Band – idealerweise natürlich Sänger und Gitarrist – auf der Bühne zu stehen und eben dieses Liedgut der Masse zu offerieren? Schwitzige Körper rocken vor eure Augen ab, während ihr ein Mörder-Riff nach dem anderen aus eurer alten Gibson zaubert, mal mehr mal weniger melodisch ins Mikro gröhlt und ihr das Gefühl bekommt, der Rock-Olymp ist nicht mehr weit entfernt? Nein? The Subways hören!

Kritiker sagen ja oft, es sei nicht sonderlich schwer, eingängige Riffs hintereinander zu hängen, einen netten Refrain zu zaubern und dabei noch einigermaßen cool rüber zu kommen. Achja? Mal ganz ehrlich: die Artic Monkeys haben auf ihrem zweiten Album bei diesem Versuch zwar nicht übel, aber immerhin ansatzweise verkackt. Und selbst Altmeister des furztrockenen Stoner-Rock wie Monster Magnet haben seit der 99er Über-Platte Powertrip so ihre Probleme mit Coolness und Abgedrühtheit – 4-Way Diablo schon einmal gehört?

The Subways zeigen ziemlich gekonnt, wie mans macht. Jeder Song schlägt ein wie eine Granate. Die Gitarre wirft eine geile Melodie nach der anderen raus, der Bass dröhnt herrlich, der Gesang treibt voran, der Drummer haut wie ein Wahnsinnger auf seine Kessel. Kurz: die Platte rockt, ohne dabei zu langweiligen. Ruhige mit schnelleren Passagen wechseln sich ebenso wie Akkustik-Parts mit E-Parts ab. Gesanglich wird desöfteren das komplette Spektrum des Sängers geboten. Einflüsse aus Metal, Alternative, Hardrock, Blues und Stoner-Rock sind dabei an allen Ecken und Kanten – und davon gibt es viele – zu spüren.

Bei den Songs selbst wird viel auf bewährtes Riff-Material zurück gegriffen, welches in den einzelnen Songs aber komplett neu arrangiert wird. Das macht schon beim nur mal kurz Reinhören enorme Freude. Wer die Platte längere Zeit in seinem CD-Spieler rotieren lässt, wird schon bald nichts anderes mehr hören wollen. Wer also dachte, nach Young for Eternity sei das Riff-Feuerwerk schon abgebrannt, wird hier eines Bessere belehrt. Richtig so!

14. Juli 2008 Musik 1 Kommentar

Jamie Olivier ist, sagen wirs mal wohlwollend, das direkte Vorbild von Tim Mälzer, nur das er halt aus England kommt. Jamie  hat aber im Gegensatz zu Tim Mälzer mehr drauf als nur ein paar flotte Sprüche und ein dickes Kochbuch mit vielen tollen Rezepten. Der Kerl hat eine Mission. In England sind gut 22,3 Prozent aller Männer fettleibig. Grund dafür ist das schlechte Essen der Engländer. Viel Fastfood, wenig Obst und Gemüse lautet da die Devise. Auch wir Deutsche sind da nicht besser.

James Oliver hat schon oft versucht, die Essgewohnheiten seiner Landsleute zu verbessern. Er sammelte über 270.000 Unterschriften um das schlechte Essen an englischen Schulen zu verbessern. Daraufhin stellte die Labour Partei damals rund 280 Mio. Pfund für gesünderes Essen an Englands Schulen zur Verfügung. Das geht Herrn Oliver aber noch nicht weit genug. Schon im Januar strahlte man beim britischen Sender “Channel 4″ mit “Jamie’s Fowl Dinners” das aus, was RTL 2 nun heute Abend um 21:15 Uhr unter dem reißerischen Titel “Jamies Hühnerhölle” vermarktet: Ernährungsaufklärung der etwas anderen Art.

In der “Hühnerhölle” demonstriert James, wie heutzutage ein Huhn geschlachtet wird. Das so etwas alles andere als apetitlich von statten geht dürfte jedem sein der Dokumentation “We feed the World” klar sein. Auch wird in der Sendung gezeigt, was Käfighaltung für das Tier genau bedeutet und wie sich dies auch auf die Qualität unseres Essens auswirkt. Die Schockwirkung zum Anfang der Sendung finde ich für solch ein ernstes Thema durchaus angemessen. Schlechte Ernährung und Übergewicht sind mittlerweile zu einem globalen Problem geworden, die Tötung eines Huhns als Sensibilisierung gegenüber der Massentierhaltung ergo ein angebrachtes Mittel. Auch wenn das Tierschützer mal wieder anders sehen.

Wer sich den Hühnermord schon einmal im Vorraus ansehen möchte, hier das passende Youtube-Video:

0 Von toten Hühnern und Privatfernsehen

Besser spät als nie, die eigentlich für gestern vorgesehene Trailerschau:

Burn after Reading

0 Trailerschau #2 heute bunt gemischt

Bessere Qualität bei Apple.

In Search of a Midnight Kiss

0 Trailerschau #2 heute bunt gemischt

Bessere Qualität bei Apple.

Hellboy 2: Golden Army – Trailer #3

0 Trailerschau #2 heute bunt gemischt

Bessere Qualität bei Apple.

Righteous Kill

0 Trailerschau #2 heute bunt gemischt

Bessere Qualität bei Apple.

Boy A

0 Trailerschau #2 heute bunt gemischt

Bessere Qualität bei Apple.

Elegy

0 Trailerschau #2 heute bunt gemischt

Bessere Qualität bei Apple.

Als Zuagbe: Twilight

0 Trailerschau #2 heute bunt gemischt

Bessere Qualität bei Apple.

Viel Spaß beim Trailer-Schauen.

hellsongs hymn666 cover 200x200 Konsummuss: Hellsongs   Hymns In The Key Of 666Eine Akustikgitarre ertönt, ein launiges Barpiano stimmt zu schmissigen Tönen an, der liebliche Gesang einer Sängerin ertönt, doch die ersten Worte wollen nicht so recht zur positiven Stimme passen: “Blackened is the End / Winter it will sent /Throwing all you see / Into obscurity”. Ja, ihr habt richtig gehört. Das ist die erste Strophe von Metallicas “Blackened”. Harte Thrash-Riffs, Double-Base, Hetfields raue Stimme? Nichts davon. Der Aha-Moment ist ganz auf Seiten der Hellsongs.

Das schwedische Trio lässt diese Wirkung aber nicht einfach so verpuffen. Jeder weitere Song ist mit einer solch herrlichen Ironie und Leichtigkeit komponiert, man wippt vergnügt mit dem Fuß, die Sonne beginnt plötzlich zu scheinen, selbst Slayers “Season in the Abyss” wirkt wie ein leichter, undbeschwerlicher Sommer-Hit. Doch dann gibt es Nummern, da verpufft diese Leichtigkeit sofort. Melancholie macht sich breit. “Hymns In The Key of 666″ ist dabei weit mehr als ein stumpfes Cover-Album.

Metal-Fans mögen mit der Nase rümpfen. Aber die Hellsongs haben ein Talent, jeden Song so neu zuinterpretieren, dass ein Funken von seiner Ursprünglichkeit erhalten bleibt. So hat “Run to the Hills” seinen bedrohlichen Anfang behalten, ist aber dann doch ein Klagelied gegen die Vertreibung der Indianer mit einem wunderschön anklagend intonierten Refrain geworden. Black Sabbaths “Paranoid” bleibt ein tragisches Lied über jemanden, der psychisch krank ist. Der Refrain wurde auch hier sehr passend neu interpretiert. Aus “Thunderstruck” wurde eine seichte, langsam Ballade mit einem euphorischen Unterton. Kickass-Rock im Popgewandt also. Schön groovig daher kommt “Symphonie of Destruction”, ein passender Opener für dieses Album. Leicht ironische Untertöne sind hier genau so zu hören, wie bei “The Trooper” von Iron Maiden. Bedrohlich und heavy zugleich mit einer grandiosen Chello-Untermahlung im Refrain bekommt dieser Klassiker einen tief melancholischen Charackter.

Man belässt es also nicht bei einfachen Covern mit sanfter Melodie und einer niedlichen Stimme. Die Hellsongs geben jedem Song eine neue, meist passende, aber zumindest immer interessante Facette. Die Idee an sich mag seit Apocalypticas klassischen Metallica-Covern zwar nicht mehr brandneu sein, die Umsetzung ist es aber und lässt auf einen intelligenten, ironischen und witzigen Nachfolger hoffen.